Liebe Auswandertips-Leser,

es gibt Neuigkeiten aus Kolumbien und zwar hat sich Markus bei uns gemeldet und uns in einem Interview über seine Auswanderung von der Schweiz nach Kolumbien erzählt.

Er möchte damit ein für alle Male mit den Klischees, die wir in Europa mit diesem Land haben etwas aufräumen und die Informationen für Auswanderer über Kolumbien etwas aktualisieren…

 

A: Hallo Markus, was hat dich dazu bewegt aus deiner Heimat wegzugehen?

(C) Markus-HürlimannM: Seit ich 18 Jahre alt geworden bin, wollte ich schon immer weg von der Schweiz, besonders wegen dem kalten Winter-Wetter vom Oktober bis März. Ich habe in den vergangen 30 Jahren in verschiedenen Regionen besucht und teilweise auch länger dort gewohnt (z.B. in Indien, Thailand, Australien, USA und Kolumbien; ich besuchte über 40 verschiedene Länder). Es war klar, dass es ein Land mit günstigen Lebenskosten sein muss und ich von meinen Ersparnissen hauptsächlich leben werde. Bei Kolumbien bin ich – und auch viele andere Reisende von Südamerika – hängen geblieben, weil viele Kriterien für das Land sprechen. Mehr Details bei der Antwort zur nächsten Frage.

A: Wie bist du zum Auswanderungsziel Kolumbien gekommen? Standen auch andere Ziele zur Wahl?

M: Ich spreche 6 Sprachen, darunter auch Spanisch, weshalb ich unter anderem in Kolumbien keine Verständigungsprobleme hatte. In Kolumbien passte einfach das meiste auf mein Wunschland: es ist günstig, hat eine relativ gute Infrastruktur inklusive das Gesundheitswesen, es gibt schöne Frauen (wichtiger Punkt), tolle Musik (Salsa, Vallenato), ausgezeichnetes Essen (die Steaks sind der Hammer und preiswert), moderne Einkaufszentren, Möglichkeit zum legalen Erwerb von Wohnungen und Häuser und Land (generell in Asien nicht möglich) und das sehr günstig im Verhältnis zur Schweiz oder Deutschland, einfach eine mehrjährige Aufenthaltsbewilligung zu bekommen, generell die wirtschaftliche und politische Situation ist relativ stabil. Die Kriminalität hat mich nicht zurück geschreckt, weil ich keine Drogen nehme und auch keine Waffen kaufen möchte. Auch wollte ich nie abseits auf dem Land leben, wo es anfangs 2000 doch noch relativ gefährlich war. Für mich kam nur ein Stadt in Frage.

Cartagena am Meer war mir einfach zu heiss klimabedingt (ebenso Barranquilla und Santa Marta an der Karibikküste) und es ist auch relativ teuer zum Leben gebenüber anderen Städten in Kolumbien. Bogota ist auch teuer zum Leben und das Verkehrschaos ist dramatisch als auch das Wetter ist wie der regnerische Frühling in Europa. Cali war mir auch zu klimatisch heiss und bietet zu wenig touristische Möglichkeiten, obwohl es nette und schöne Frauen sind. Pereira ist bestimmt eine ausgezeichnete Option, jedoch für mich zu klein. Dann blieb nur noch Medellin, wo die Leute am ähnlichsten zu Europa sind, eine sehr gute Verkehrsinfrastruktur haben und die Sicherheit massiv besser wurde. Medellin wurde dann meine Endziel.

Früher wollte ich immer nach Asien, insbesondere die Frauen haben mir dort immer sehr gut gefallen (zum Glück gibt es auch die Mischungen der Indios in Kolumbien, weshalb viele Frauen ein bisschen asiatisch aussehen und einen europäischen Körper haben). Schlussendlich gefiel mir die Mentalität mit Asien nicht, obwohl ich ein bisschen japanisch und thailändisch gelernt habe. Das Thema “Gesichtsverlust” und die lokale Musik in Asien ist so weit von mir entfernt, dass ich mich dort nicht wohlgefühlt habe. In Asien könnte ich nur ein einem Viertel mit vielen Ausländern (Europäern, Amerikanern oder Australiern) wohnen.

A: Hast du früher – in jüngeren Jahren – schon an das Thema Auswanderung gedacht?

M: Ja, ich wollte schon weg von der kalten Schweiz als ich 16 Jahre alt war. Ich hatte natürlich noch kein Geld und war in der Schule, weshalb es einfach ein Wunsch war. Sobald ich 18 Jahre alt war, durfte ich auch weiter weg von der Schweiz, weil ich volljährig war. Somit wurde es konkreter. Ich wusste jedoch, dass ich dazu erst Geld verdienen musste und auch verschiedene Sprachen lernte wollte, damit mein Chancen für auswandern besser stehen werden. Ich sah manchmal in diesen Sendungen von Auswanderern (ich wollte nie so werden wie diese Fälle), dass die teilweise keine Ahnung haben und weder die Landessprache können oder sonst ihre Haustiere mitnehmen müssen oder auch rauchen (Raucher werden nicht in jedem Land gerne gesehen, insbesondere nicht in Mittel- und Südamerika).

A: Wie hast du dich im speziellen auf Kolumbien als Auswanderungsziel vorbereitet?

M: Ich besuche Kolumbien seit dem Jahr 2000 mindestens 1 Mal im Jahr und habe dadurch natürlich Land, Leute, Mentalität und Kultur sehr gut kennengelernt, weil ich auch Spanisch spreche. Ich habe mich dann seit dem Jahr 2012 intensiver mit dem Thema kaufen von neuen Wohnungen im Bauprojekt befasst, weil ich gemerkt und gehört habe, dass die Preise an guten Lagen im Durchschnitt zwischen 15 und 30 % jährlich bis zum Ende des Bauprojekts (von der ersten Vermarktung der Wohnungen bis zum Ende der Bauphase dauert es bei Neuprojekten normalerweise 2 bis 3 1/2 Jahre) steigen. Das ist bis heute so geblieben in den grossen Städten. Und wie gesagt werden Ausländern als Käufer ins das amtliche Grundbuchamt von Kolumbien über das Notariat eingetragen.

In den grossen Städten (Bogota, Cali, Cartagena und Medellin) habe ich nie von Korruption diesbezüglich gehört. Die Leute in den Notariaten dieser Städte sind ausgebildete und gut bezahlte Angestellte, und machen keine faulen Tricks. Meine Erfahrungen und auch von Bekannten sind somit in diesem Wirtschaftszweig nur positiv.

A: Gab es Hindernisse bei der Auswanderung nach Kolumbien zB. VISA, Gebühren, kulturelle Probleme, etc?

M: Gewöhnungsbedürftig in Kolumbien ist, dass man die verschiedenen wichtigen Dokumente, Einzahlungsbelege in Bezug auf Visa, Wohnungskäufe, Schule, Krankenkasse, Miete, Bankkontobelege in Kolumbien, usw am besten mehrfach kopieren lässt (man braucht sie bestimmt in der Zukunft wieder einmal) und teilweise auch sofort beim Notariat beglaubigen lässt (autenticacion in spanisch).

Auch ist ein bisschen mühsam, dass die Anforderungen von benötigten Unterlagen für Visa, Wohnungsmiete, Wohnungskäufe, Schuleintritt der Kinder usw normalerweise nie vollständig beim ersten Mal mitgeteilt werden. Kurz gesagt: Man bekommt nur die Hälfte der Anforderungen und bringt diese dann zum Termin mit. Danach werden noch mehr Dokumente angefordert, bis man den Schritt vollständig abschliessen kann. Das ist leider mühsam, aber in vielen anderen Ländern bestimmt auch so.

Viele Informationen und Anforderungen von 70 % sind heute im Internet abrufbar (in Spanisch). Die Gebühren dazu sind mehrheit sehr gering (einige Euros, die 5-jährige Aufenthaltsbewilligung kostet jedoch bis zu EUR 300). Der Zeitaufwand ist jedoch relativ hoch (teilweise mehrere Stunden für das Visum); die Notariate arbeiten generell sehr schnell.

A: Haben sich deine Träume und Wünsche in deiner neuen Heimat erfüllt, oder arbeitest du noch daran?

M: Ich bin rundum zu Frieden mit mir. In der Schweiz habe ich zuerst einen Plan (Budget) von meinen monatlichen Kosten gemacht, welche ich danach vor Ort in Kolumbien um weniger als EUR 70 – nach unten – anpassen musste. Ich habe also sehr genau die Lebenskosten mit Miete und lokaler Krankenkasse geschätzt, inklusiver einer kleinen Reserve von 5 % nach oben für Unerwartetes (zum Beispiel plötzliche Zahn- oder Gesundheitsprobleme, welche die Krankenkasse nicht abdecken wird). Der Lebensstil von den Leuten in Kolumbien gefällt mir bis heute sehr gut. Es hat sich für mich auf jeden Fall bis heute gelohnt. Ich will hier noch viele Jahre bleiben.

A: Wie sieht es mit Heimweh aus, vermißt du deine Familie, deine Freunde bzw. dein früheres Umfeld in deiner alten Heimat?

M: Dieser Punkt hängt sehr davon ab, ob man mit der Familie vorher eine gute Verbindung hatte, was bei mir nicht unbedingt der Fall ist. Jedoch fehlen mir einige Freunde, die manchmal hier leider nur kurz in Kolumbien auf Besuch kommen. Es denken auch schon ein paar davon nach, um auch den Schritt zur Auswanderung nach Kolumbien zu machen, weil sie sehen, wie das Leben so ist – eigentlich nicht so weit entfernt von der Schweiz, einfach viel günstiger und somit muss man nicht mehr arbeiten und kann die Frühpensionierung geniessen. Ehrlich gesagt fehlt mir die Heimat Schweiz gar nicht, insbesondere wegen dem kalten Wetter. Mir fehlt jedoch manchmal die feinen Sachen zum Essen und Trinken, die es hier leider nur teilweise gibt. Aber ich wusste schon vorher, dass ich diese Sachen in Kolumbien nicht bekommen werde, weshalb es keine Ueberraschung war.

A: Viele Auswanderer, die in ihrer Rente nochmal das große Abenteuer wagen erzählen uns, das man sich unbedingt eine Aufgabe suchen sollte, die man sich in der neuen Heimat als Ziel setzt. Hast du dir eine neue Aufgabe als Ziel gesetzt?

M: Ich habe mir einige Aufgaben gesetzt für Kolumbien, die ich langsam angehe. Ich bin jedoch auch sonst fast den ganzen Tag beschäftigt, dass ich viel weniger Zeit habe, daran zu “arbeiten” wie ich gedacht habe. Ich habe keinen Zeitdruck für diese Aufgaben und falls sie nie erledigt werden, dann wird sich bei mir auch nichts ändern. Mein Kernpunkt bei den Aufgaben ist einfach die besten neuen Bauprojekten von Wohnungen zu finden, wo ich investieren kann und damit in 2 bis 3 Jahren einen sehr guten Gewinn von 30 bis 50 % Gewinn beim Verkauf machen kann. Vom Zeitaufwand her ist das nur ein kleiner Aufwand. Bisher ging mein Plan sehr gut auf.

A: Wenn dich ein Freund heute fragen würde, welche 3 Tipps würdest du ihm heute geben, wenn er vorhat ebenfalls auszuwandern und dich um Rat frägt.

M:

  1. Lerne das Land, Kultur, Leute, Mentalität, Lebenskosten und Sprache des neuen Landes kennen
  2. Bringe keine Laster in das neue Land (also keine Haustiere – man kann diese auch im Land selber zulegen, mit Rauchen aufhören, sonstige komische Sachen wie grosse Musikinstrumente); unbedingt auch keine Drogen konsumieren
  3. Besser in Europa das Geld mit Arbeit verdienen und sparen; danach sparsam im neuen Land leben und anfangs keine Investitionen in neue Geschäfte wie Restaurants, Bars oder Kleidergeschäfte tätigen, höchstens in Immobilien – falls es legal ist; in Asien mehrheitlich nicht möglich -, wo die Geldanlage fast nicht fallen kann)

A: Würdest du es wieder tun?

M: Ja, auf jeden Fall und auch wieder nach Kolumbien. Ich lebte über 5 Jahre in Asien, davon 2 Jahre in Thailand. Asien ist einfach zu weit weg von meinen Denkweise und Mentalität.

 

Lieber Markus, herzlichen Dank für das Interview, es ist schön zu hören, dass du dich in deiner neuen Heimat eingelebt hast und angekommen bist bzw. das gefunden hast, was du gesucht hast. Für all jene, die schon einmal über eine Auswanderung nach Kolumbien nachgedacht haben, hat Markus uns folgende Infos zukommen lassen:

“Kolumbien ist weiterhin sehr exotisch für die meisten Leute. Die meisten Leute denken dabei nur an Pablo Escobar, Kokain, Medellin-Kartell, anstatt an die schönen Landschaften, die feinen Steaks, die hübschen Frauen, günstige Lebenskosten, viel höhere Sicherheit gegenüber vor 15 Jahren und preiswerte Kaufmöglichkeiten in Wohnungen und Häuser in den grossen Städten zu denken. Bei mir können sich gerne Leute melden, die genaueren Angaben zu den täglichen Lebenskosten haben möchten oder wie man Immobilien in Kolumbien kaufen kann. Ich kann das einfach nur empfehlen, weil es eine einfache, sichere und gewinnbringende Anlagemöglichkeit in Kolumbien ist, wovon ich ausgezeichnet leben kann. Alle 2 bis 3 Jahre mache ich gute Gewinne mit den Neubauten und kann damit wieder einige Jahre leben.”

 

 

Wer daran Interesse hat, kann sich gerne mit Markus in Verbindung setzen. Hinterlasse entweder einen Kommentar unter diesem Beitrag oder schicke eine Email an markus-kolumbien@auswandertips.com