Sie befinden sich hier: auswandertips.com » Auswandern Österreich » Ärztemangel in Österreich – Mediziner wandern aus Österreich ab

Ärztemangel in Österreich – Mediziner wandern aus Österreich ab

15. Februar 2011 by markus

Neben dem Mangel an Lehrkräften in Oberösterreich und Salzburg, wo man für AHS Schulen bereits pensionierte aus dem Ruhestand zurük in die Klassen geholt hat, wird nun ein Aufruf aus den Spitälern und Arztpraxen laut. Ärztemangel in Europa - Abwanderung junger Ärzte ins AuslandJunge Mediziner in Österreich sind demnach nicht mehr gewillt, vor der Ausbildung zum Facharzt drei Turnus Jahre zu absolvieren, da sie in den Turnus Jahren kaum etwas dazulernen, bzw. in dieser Zeit eine weitere Fremdsprache erlernen können, und im Ausland, zB in Skandinavien direkt mit der Facharztausbildung beginnen können.

… in einem halben Jahr lerne ich eine skandinavische Sprache gut genug, um die Facharztausbildung direkt nach Abschluss meines Studiums zu machen…

Viele Medizinabsolventen verlassen Österreich auch nach Deutschland oder in die Schweiz. Die Warteschlangen bei den Turnusplätzen werden dennoch nicht kürzer. Oft wird das Problem der Vergabe mit dem Grund erklärt, das angehende Ärzte sich die Turnusplätze im Bezug auf den Ort und die Fachgebiete aussuchen möchten, oftmals dafür aber mehrere Monate bis sogar Jahre darauf warten müssen.

Ältere Ärzte, die vorallem am Land ihre Praxis haben, fürchten um Ihre Nachfolge. In einem Interview mit der Zeit im Bild sagte ein Arzt in einer Landpraxis dazu:

“… die Praxis ist auf dem modernsten Standard, vollausgerüstet für die Ausübung eines praktischen Arztes am Land und mehr noch, jedoch gibt es niemanden, der die Praxis übernehmen möchte…”

Die Regierung hat sich in dieser Causa bereits eingeschaltet und arbeitet an einem Maßnahmenpaket, das den Ärztestandort in Österreich für junge Mediziner wieder attraktiver machen soll, und das Praxen am Land wieder von jungen Ärzten weitergeführt werden.

Generell wird in den nächsten Jahrzehnten ein Ärztemangel in Europa prognostiziert. Wie ein effizientes und sich erneuerndes Gesundheitssystem mit der Abwanderung junger Ärzte funktionieren soll, müssen die EU und die Regierungen der EU Staaten erst noch lösen.

In Amerika ist seit je her die Eingliederung von sogenannten J-Card Assistenzärzten eine Lösung für den Ärztemangel. Angehende Ärzte und Pfleger werden aus den verschiedensten Teilen der Welt mit einem J-1 Visum als “Praktikanten” in die Krankenhäuser recruitet. Um die Qualität und Einsatz der jungen Einwanderer zu garantieren, heißt die Devise – wer nicht brav arbeitet, verliert sein Visum und muss die USA wieder verlassen.

J-1 Visa (USA): dabei handelt es sich um eine Aufenthaltsgenehmigung auf einen befristeten Zeitraum, um Besuchern der Vereinigten Staaten einen Austausch von kulturellen, medizinischen oder geschäftlichen Erfahrungen und Beziehungen. Das J-1 Visa kann entweder durch ein privatwirtschaftliches Unternehmen oder durch die US Regierung genehmigt werden. Mit Ablauf der Trainingsprogramms bzw. des Austauschs läuft das Visum nach weiteren 30 Tagen aus, und der Praktikant bzw. die Arbeitskraft im Austausch hat das Land wieder zu verlassen.

Man kann nur hoffen, das in Europa solch ein Konzept nicht zu Debatte steht, es passiert ja auch ohne übermüdete Assistenzärzte dafür mit jungen frustrierten Turnusärzten schon genug in den heimischen Spitälern und Arztpraxen.

Share

0 Kommentare »

Es liegen noch keine Kommentare vor.

Abonnieren Sie diesen Artikel als RSS Feed TrackBack URL

Schreiben Sie uns Ihre Meinung